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Wahlkampf

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Wahlkampf was ist das eigentlich genau? Was sind die genauen Aufgaben in einem Wahlkampf? Ist der Wahlkampf lediglich mit ein paar Auftritten verbunden oder ist er so etwas wie ein Vollzeitjob? Diesen und weiteren Fragen sind wir, d.h. die Schüler und Schülerinnen eines Politik Kurses der Jahrgangsstufe 12 der Geschwister Scholl Schule in Bensheim in einem fiktiven Interview mit Guido Westerwelle auf den Grund gegangen.



Wahlkampf = Vollzeitjob?
Ein fiktives Interview mit Guido Westerwelle




Schüler: Herr Westerwelle, kann man einen Wahlkampf mit einem Vollzeitjob vergleichen bzw. wie zeitaufwendig ist ein Wahlkampf?

Westerwelle: Der Wahlkampf findet vor allem in den letzten vier Wochen vor den Wahlen statt. In dieser Zeit lässt sich der Wahlkampf durchaus mit einem Vollzeitjob vergleichen, obwohl ich persönlich sagen würde, dass ein Wahlkampf mehr als ein Vollzeitjob ist. Es fängt bei Sitzungen mit der Partei an, bei denen das Wahlprogramm ausgearbeitet wird, geht weiter über Fototermine, Fernsehauftritte, Interviews bis hin zur Anwesenheit bei bestimmten Veranstaltungen. Natürlich gehört zum Wahlkampf auch das Vorbereiten und Halten verschiedener Reden.

Schüler: Wie sollte man in dem Wahlkampf auftreten, um möglichst gut bei den Wählern anzukommen?

Westerwelle: Diese Frage lässt sich sehr schwer beantworten, da jeder Politiker seine eigene Persönlichkeit und Ausstrahlung besitzt. Grundsätzlich lässt sich meiner Meinung nach nur sagen, dass ein Politiker sympathisch und entschieden auf die Wähler wirken sollte. Er muss die Wähler überzeugen und klare Ziele aufzeigen.

Schüler: Würden sie sagen, dass man im Wahlkampf für seine eigene Person oder eher für die Partei wirbt?

Westerwelle: Meiner Meinung nach kann man das nicht differenzieren, da es zusammengehört. Man wirbt während des Wahlkampfes durch sich selbst für die Partei, indem man für die Partei wirbt, wirbt man aber gleichzeitig auch wieder für sich. Die Spitzenkandidaten in der Politik, werden auch oft als Gesicht der Partei bezeichnet, da man nur erfolgreich sein kann, wenn Partei und der Spitzenpolitiker dieser Partei harmonieren.

Schüler: Lässt sich umgekehrt dann auch sagen, dass die Partei eine große Rolle für die Karriere des Politikers spielt?

Westerwelle: Das stimmt, die Partei spielt eine sehr große Rolle für die Karriere eines Politikers, denn der Politiker wird immer in Verbindung mit seiner Partei gesehen. Erreicht die Partei etwas positives, so wirkt sich das auch auf den Politiker aus, denn dadurch, dass der Politiker das Gesicht der Partei ist, sehen die Wähler das Positive dann auch in dem Politiker. Dies gilt natürlich auch für das Gegenteil, wenn die Partei, aus der Sicht der Wähler, negativ auffällt, ist der Spitzenkandidat der Partei sofort auch durch negatives Licht beleuchtet.

Schüler: Würden sie sagen, dass es so etwas wie eine "Karriereleiter nach oben" in der Politik gibt?

Westerwelle: Es gibt kein Rezept dafür, wie man Spitzenkandidat einer Partei wird, ebenso wenig gibt es Vorgaben, welche Ämter man zuvor belegt haben muss. Trotzdem lässt sich sagen, dass es schon bestimmte Voraussetzungen gibt, die man erfüllen sollte.

Schüler: Können sie uns diese Voraussetzungen an ihrem politischen Werdegang verdeutlichen?

Westerwelle: Man sollte schon früh politisch aktiv sein und sich engagieren. Vor allem sollte man klein anfangen, um erst einmal auf regionaler Ebene erfolgreich zu sein und sich dann nach und nach Sympathie verschaffen und hocharbeiten. Ich bin seit 1980 Mitglied der FDP und habe mich sehr bei der Gründung der "Jungen Liberalen" engagiert. Seit 1988 zähle ich zu den Mitgliedern des FDP- Bundesvorstandes. Zunächst war ich dann von 1993-1999 Vorsitzender des
FDP- Kreisverbandes Bonn. Im Jahre 1994 - 2001 war ich dann als Generalsekretär der FDP tätig, bis ich schließlich im Mai 2001 jüngster Bundesvorsitzender der FDP wurde. Das Ziel war dann erreicht, als ich im Jahre 2002 als erster Kanzlerkandidat der FDP in den Wahlkampf ging.

Schüler: Vielen Dank, dass sie sich Zeit für uns genommen haben und viel Glück für die anstehende Wahl.

Westerwelle: Dankeschön.


Vielleicht ist ihnen durch dieses Interview klargeworden, dass ein Wahlkampf viel mehr ist, als einige denken. Vielleicht schenken sie ab jetzt dem Wahlkampf ja noch größere Aufmerksamkeit?



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